Samstag, 4. Juni 2011
Meinungen
Ist es nur meine Wahrnehmung oder verstärkt sich der Trend, dass man im Netz nur noch seine Meinung verteidigt und Kompromisse eher schändliche Niederlagen zu sein scheinen?

Ich lese einen Artikel beim Spiegel. Ich sehe, dass 100 und mehr Diskussionsbeiträge vorhanden sind.
Geht es um das Thema Auto, ist es dann in etwa so: alle die einen SUV fahren, sind quasi der Teufel. Alle, die einen Diesel fahren, bringen quasi Leute um. Alle, die Marke XYZ bevorzugen, sind ja sowieso dämlich weil darum und so. Jeder, der so ein Argument hervorbringt ist ja auch eher ein Vollidiot. Und so geht das weiter. Und weiter.

Ich frage mich.. war das schon immer so, oder sind diese Tendenzen erst jetzt so.. verstärkt wahrnehmbar?
Ich erinnere mich noch an Zeiten, da lenkten Leute ein. Weil sie ihre Meinung überdacht haben. Weil man Kompromisse fand, Argumente von der Gegenseitig als schlüssig erkannte und sich dieser bewusst wurde

aber heute?!
Ich sehe nur Grabenkriege. Wer über Hangover lacht, der ist ja Unterschicht. Wer Arte guckt ist ein Biedermeier. Wer Hiphop hört hat ne 6 in Deutsch und wer die Grünen wählt kann ja nur reich und dämlich sein - ich verstehe es nicht.. ist das Zeitvertreib, ist das ein Ventil.. hat es irgendwen irgendwo weitergebracht und war das wirklich schon immer SO? Oder ist das nur das Geschenk der Medien, dass man jetzt alle sofort und im Überfluss mitbekommt?

Um ehrlich zu sein sehne ich mich nach ruhigen Ecken, nach Seiten mit einem Standpunkt. OHNE 500 andere Meinungen, die sich über die eine einzige Wahrheit auseinandernehmen und eh nicht zu Potte kommen.

Und jetzt? Einfach drüberlesen? Einfach ignorieren?
Ganz ehrlich.. ich finde das nicht einfach..

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